SOS Balkanroute: Sudanes*innen Fliehen Vor Krieg & Verlieren An Europas Grenzen Ihre Zukunft
SOS Balkanroute Hilft Dort, Wo Europa Versagt

Der Krieg im Sudan hat 15 Millionen Menschen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.
Rund 60–65 % der Vertriebenen befinden sich weiterhin innerhalb des Sudans, und schätzungsweise 90–95 % derjenigen, die das Land verlassen, bleiben in Afrika — vor allem in den Nachbarstaaten Tschad, Südsudan, Ägypten und Libyen.
Die Fluchtrouten aus dem Sudan sind extrem gefährlich. Auf den Wegen durch die Sahara, über Libyen und Ägypten oder in Richtung Mittelmeer sind Menschen schweren und oft lebensbedrohlichen Risiken ausgesetzt:
Massengräber in der Wüste
Gewalt durch Grenzpolizei
Sexuelle Gewalt
Massendetention, Ausbeutung und Zwangsarbeit
Obdachlosigkeit und fehlende medizinische Versorgung
Ertrinken im Mittelmeer
Brutale Pushbacks an europäischen Grenzen
Erfrierungen und Kältetod auf nördlichen Routen
Unfaire Gerichtsverfahren, oft ohne Anwältinnen oder Dolmetscherinnen
Selbst diejenigen, die die Flucht überleben, sind in Transit- und Ankunftsländern häufig weiterer Gewalt, Rassismus, Ausbeutung, bürokratischen Sackgassen und langfristigen gesundheitlichen Folgen ausgesetzt.

SOS Balkanroute ist in Bosnien und Herzegowina tätig, entlang der Route an der Grenze zu Kroatien. Zudem arbeitet die Initiative mit Partnerorganisationen in anderen Ländern entlang der Balkanroute zusammen. Sie unterstützt Menschen auf der Flucht dort, wo sie am stärksten von Gewalt, Pushbacks und extremen Bedingungen betroffen sind.
Illegale Pushbacks an den EU-Außengrenzen
Die Bedeutung der SOS Balkanroute zeigt sich besonders deutlich im folgenden Fall.
Nach einem illegalen Pushback an der kroatisch‑bosnischen Grenze wurden drei junge Männer aus dem Sudan in den Plješevica‑Bergen nahe Bihać gefunden – stark unterkühlt und mit schweren Erfrierungen. Sie hatten eine Nacht bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt überlebt. Allen dreien mussten später beide Unterschenkel amputiert werden; zwei von ihnen verloren zusätzlich Teile ihrer Hände.
SOS Balkanroute leistete anschließend konkrete Unterstützung:
SIM‑Karten, Lebensmittel und persönliche Gegenstände
Drei Rollstühle, organisiert über eine Krankenschwester aus ihrem Netzwerk
Regelmäßige Besuche und kontinuierliche Begleitung während der Rehabilitation
Dieser Fall verdeutlicht auf drastische Weise die Gewalt von Pushbacks – und die unverzichtbare humanitäre Rolle, die SOS Balkanroute bei der Unterstützung von Menschen auf der Flucht entlang dieses Abschnitts der Balkanroute spielt.
Demnächst:
Teil II über 'de:criminalize' – In griechischen Gefängnissen sitzen momentan schätzungsweise 200–300 Sudanesen, die nur auf Grund Ihrer Einreise inhaftiert wurden. Viele von ihnen erhalten lebenslange Haftstrafen.




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