SUDANS WAR

Ein konterrevolutionärer Krieg
Dezember 2018
Beginn landesweiter Proteste
im Sudan
Eine rapide Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage löst spontane Demonstrationen im ganzen Land aus.
Die Proteste richten sich gegen Omar al‑Bashirs fast drei Jahrzehnte währende Militärherrschaft, die von SAF und RSF getragen wurde.
Frauen spielen eine entscheidende Rolle in der Mobilisierung: Sie organisieren, führen und verleihen der Bewegung einen sichtbar feministischen Charakter.
Sicherheitskräfte versuchen, die wachsenden Proteste durch Gewalt und Einschüchterung zu unterdrücken.
Trotz dieser Repression breitet sich der Widerstand weiter aus und entwickelt sich zu einer landesweiten Massenbewegung.
6. April 2019
Beginn des Sit‑ins vor dem Militärhauptquartier
Am 6. April, dem Jahrestag des Volksaufstands von 1985, marschieren Zehntausende zum Hauptquartier der sudanesischen Streitkräfte in Khartoum.
Sie errichten ein dauerhaftes Sit‑in, das sich schnell zum zentralen Ort der Revolution entwickelt.
Sicherheitskräfte versuchen zunächst, die Menge mit Gewalt aufzulösen, doch Teile der Armee greifen ein und schützen die Demonstrierenden.
In den folgenden Tagen wächst das Sit‑in weiter an und erhöht den Druck auf das Regime erheblich.
11. April 2019
Sturz Omar al‑Bashirs durch
SAF und RSF
Nach monatelangen Protesten entziehen die sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die Rapid Support Forces (RSF) Omar al‑Bashir ihre Unterstützung und stürzen ihn.
Ein militärischer Übergangsrat wird gebildet, angeführt von General Abdel Fattah al‑Burhan.
Mohamed Hamdan Dagalo („Hemedti“) und die RSF sichern sich parallel erheblichen Einfluss, agieren jedoch zunächst eher im Hintergrund.
Die RSF gingen aus den Janjaweed‑Milizen hervor, die 2003 in Darfur Völkermord verübten.
3. Juni 2019
Massaker von Khartum
Sicherheitskräfte unter Führung der RSF, unterstützt von Teilen der Armee, räumen das große Protestcamp in Khartum gewaltsam.
Während der Auflösung des Sit‑ins werden schätzungsweise 128 Menschen getötet. Mindestens 70 Personen berichten von Vergewaltigungen, und rund 40 Leichen werden später im Nil gefunden. Viele weitere Menschen werden verletzt oder gewaltsam verschwinden gelassen.
Das Ereignis markiert einen Wendepunkt und löst landesweiten zivilen Ungehorsam sowie Massenstreiks aus.
Juni–Juli 2019
Ziviler Ungehorsam und landesweite Streiks
Als Reaktion auf das Massaker starten breite Teile der Bevölkerung umfassende Kampagnen des zivilen Ungehorsams.
Berufsverbände, Gewerkschaften und lokale Widerstandskomitees rufen zu landesweiten Streiks auf, die das öffentliche Leben zeitweise nahezu zum Stillstand bringen.
Trotz anhaltender Repression gelingt es den Sicherheitskräften nicht, die Mobilisierung zu brechen.
Die Protestbewegung erhält internationale Aufmerksamkeit und erhöht den Druck auf die Militärführung, in Verhandlungen einzutreten.
17. Juli 2019
Vorläufige Einigung zwischen Militär und zivilen Vertretungen
Nach intensiven Verhandlungen erzielen Vertreter der Protestbewegung und die Militärführung eine vorläufige politische Einigung.
Das Abkommen skizziert den Rahmen für eine Übergangsordnung, in der militärische und zivile Akteure sich die Macht teilen sollen.
SAF und RSF behalten jedoch zentrale Positionen innerhalb des Sicherheitsapparats, was in der Bevölkerung Skepsis und Misstrauen auslöst.
4. August 2019
Bildung einer gemeinsamen zivil‑
militärischen Übergangsregierung
Der Übergangs-Militärrat (TMC) und die Forces of Freedom and Change (FFC) unterzeichnen die Verfassungsdeklaration. Das Dokument legt den Rahmen für die Übergangsregierung des Sudan fest, darunter:
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einen Souveränen Rat aus militärischen und zivilen Mitgliedern
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einen zivilen Premierminister
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ein Kabinett aus zivilen Minister/innen
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eine 36‑monatige Übergangsperiode
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Verpflichtungen zu Reformen, Friedensverhandlungen und einer neuen Verfassung
Das Abkommen markiert den formellen Beginn des Übergangs von Militärherrschaft zu ziviler Regierungsführung — auch wenn das Machtgleichgewicht weiterhin fragil bleibt.
21. August 2019
Bildung des Souveränen Rates
Am 21. August wird der Souveräne Rat offiziell vereidigt. Er ersetzt den Übergangs‑Militärrat (TMC) und besteht aus:
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5 militärischen Mitgliedern
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5 zivilen Mitgliedern
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1 Konsenskandidat
Der Vorsitz soll rotieren: 21 Monate unter militärischer Führung (al‑Burhan), gefolgt von 18 Monaten unter ziviler Führung.
Damit beginnt offiziell die Übergangsperiode.
22. August 2019
Abdalla Hamdok wird ziviler Premierminister
Der Souveräne Rat ernennt den Ökonomen Abdalla Hamdok zum Premierminister — ein zentraler Schritt hin zu einer zivil geführten Regierungsführung.
September 2019
Bildung des zivilen Übergangskabinetts
Premierminister Abdalla Hamdok stellt ein Kabinett aus zivilen Fachleuten zusammen, darunter auch Frauen in zentralen Ministerien. Damit wird die Übergangsregierung arbeitsfähig.
2019–2020
Machtkampf im Hintergrund + internationale Positionierung
Während die zivile Regierung versucht, staatliche Institutionen aufzubauen, sichern sich sowohl SAF als auch RSF externe Unterstützung:
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Die RSF nutzt ihre Einsätze in Auslandskonflikten, um internationale Verbündete zu gewinnen.
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Die Armee (SAF) stützt sich auf klassische staatliche Partnerschaften.
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Beide Seiten bereiten sich auf einen möglichen langfristigen Machtkampf vor.
25. October 2021
Militärputsch
SAF und RSF entmachten die zivile Regierung und nehmen führende zivile Vertreter fest.
Der interne Machtkampf zwischen beiden militärischen Apparaten verschärft sich.
Beide Apparate suchen aktiv internationale Unterstützung, um ihre Positionen zu stärken.
2022–early 2023
Gescheiterter Übergangsprozess
SAF und RSF nehmen zwar an Verhandlungen teil, bauen jedoch gleichzeitig ihre eigenen Kräfte weiter aus. Beide bereiten sich darauf vor, jede zukünftige politische Ordnung zu dominieren. Die Spannungen steigen, da sich parallele Kommandostrukturen verfestigen.
15. April 2023
Ausbruch des Krieges
ewaffnete Zusammenstöße zwischen SAF und RSF brechen in Khartum und weiteren Städten aus.
Beide Apparate versuchen, zentrale staatliche Institutionen und militärische Standorte unter ihre Kontrolle zu bringen.
Der Konflikt weitet sich rasch zu einem landesweiten Krieg aus.
SUDAN IN ZAHLEN
25.000.000
Menschen Hungern Im Sudan
400.000
Ist Die Realistischere Todesrate
Im Sudan. (Artikel folgt demnächst)
15.000.000
Menschen Wurden Insgesamt Vertrieben