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Todesdrohnen unterstützen Völkermord: Made in China, delivered by VAE, smuggled via Äthiopien

Aktualisiert: 11. Mai

Documenting Sudan

Wenn der Himmel zur Gefahr wird |

Sudan 2026: Drohnenangriffe auf Zivilisten


Todesdrohnen unterstützen Völkermord: Made in China, delivered by VAE, smuggled via Äthiopien | Documenting Sudan:
Wenn der Himmel zur Gefahr wird | Sudan 2026: Drohnenangriffe auf Zivilisten
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Drohnenkrieg Sudan: ausländische Todesdrohnen unterstützen Völkermord

Vor dem Kriegsbeginn im Sudan im April 2023 wurde der sudanesische Luftraum durch Kampfjets der sudanesischen Armee (SAF) kontrolliert. Dies änderte sich mit Beginn des Krieges.


Seitdem werden Drohnen zwar von beiden Kriegsparteien eingesetzt, doch dominieren die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), indem sie Drohnen systematisch offensiv gegen zivile Ziele, wie Städte, Infrastruktur, Krankenhäuser, Schulen und Hilfskonvois einsetzen. Aber auch die sudanesische Armee nutzt Drohnen vor allem für großflächige Luftschläge auf von der RSF kontrollierte Gebiete.


Klar erkennbar ist, dass die RSF-Drohnenangriffe weitaus systematischer, häufiger und tödlicher auf die sudanesische Zivilbevölkerung gerichtet sind als die ihrer Gegner. Ziel ist es dabei SAF‑Gebiete zu destabilisieren und zu zerstören dabei nehmen sie auch bewusst Orte ins Visier, an denen keine SAF‑Truppen stationiert sind. Ziele dieser Attacken sind Wohngebiete, Märkte, Busstationen, Krankenhäuser, Stromstationen, Wasserwerke, Schulen, zivile Transportkonvois und Grenzorte im Tschad. Diese Angriffe hatten keinen unmittelbaren militärischen Zweck. Durch den Terror gegen Zivilisten und die gezielte Zerstörung der Versorgungssysteme sollen die Gebiete unregierbar gemacht werden. Drohnen ermöglichen der RSF die Kontrolle über große Gebiete zu erlangen.


Frauen und Kinder: Die häufigsten Opfer der Drohnenangriffe

UNICEF bestätigt, dass im Sudan 78 % aller Kinderopfer 2026 durch Drohnenangriffe starben. Der Norwegian Refugee Council berichtet, dass fast 700 Zivilist*innen seit Jahresbeginn durch Drohnenangriffe getötet wurden, wobei der Großteil der Opfer Frauen und Kinder sind (UNICEF).


Im Sudan gibt es keine vollständige Erfassung der Toten, aktuelle Schätzungen gehen über die 400,000 hinaus, daher existiert auch keine realistische Gesamtzahl der durch Drohnen getöteten Menschen.


Made in China, delivered by VAE, smuggled via Äthiopien

Drohnen, die im Sudan 2026 identifiziert werden konnten, lassen schließen, dass sie überwiegend aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) stammen.


Sudanesische Aktivist*innen, Analyst*innen und Teile der Diaspora wiesen bereits 2024 auf externe Drohnenunterstützung der RSF seitens der VAE hin. Kürzlich allerdings wurden von der sudanesischen Armee öffentlich zugängliche Belege präsentiert, die Fotos von Drohnenwrackteilen zeigten auf denen Seriennummern zu sehen waren, die beweisen sollen, dass sie aus VAE-Beständen stammen.


Unabhängige Analyst*innen (OSINT, Militärexperten, Middle East Eye) konnten die Drohnen anhand von Rumpfform, Sensorik, Flügelspannweite und Triebwerksposition identifizieren. Es handelt sich um Modelle der chinesischen CH‑Serie (CH‑3, CH‑4, CH‑5). Die VAE besitzen große Bestände dieser Drohnentypen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass diese Drohnen über äthiopisches Territorium geschmuggelt werden.


Während Äthiopien als wahrscheinlichste Versorgungsroute der RSF-Drohnen gilt, gibt es glaubwürdige Anhaltspunkte für weitere Routen über Chad und Libyen. Analyst*innen sowie UN-Expert*innen verweisen darauf, dass Waffen und militärische Ausrüstung über mehrere regionale Netzwerke bewegt werden könnten. Der Umfang und die Verlässlichkeit dieser alternativen Routen sind jedoch deutlich weniger dokumentiert als der äthiopische Korridor.


Ebenfalls seit 2024 kursieren wiederkehrende Berichte, dass Drohnen aus Richtung äthiopischer Grenzregionen in den Sudan eindringen. Die sudanesische Regierung wirft Äthiopien offiziell vor, dass Drohnen von äthiopischem Territorium aus operieren. Auch UN-Berichte erwähnen seit 2024 grenzüberschreitende Drohnenangriffe, ohne jedoch Staaten zu benennen. Auch Diaspora, Aktivist*innen und OSINT‑Analyst*innen* dokumentieren seither Muster, die auf einen Start in Äthiopien hindeuten.


Die Rolle der VAE

Die Vereinigten Arabischen Emirate unterstützen die Rapid Support Forces seit Beginn des Krieges. Der sudanesischen Regierung, zahlreichen Analyst*innen, Menschenrechtsorganisationen und UN‑Expert*innen zufolge leisten die VAE damit Beihilfe zu massiven Kriegsverbrechen bis hin zu Völkermord. Ohne die finanzielle, logistische und militärische Unterstützung der Emirate — darunter Waffenlieferungen, Drohnen und die Finanzierung über Goldschmuggelnetzwerke — wäre die RSF nicht zu der militärischen Stärke in der Lage, die sie heute besitzt.


Die „Kill-Box“ von El Fasher:
Wie ausländische Drohnen den Völkermord unterstützen

Gravierend ist, allerdings nicht nur die Herkunft der Drohnen, sondern vor allem das Ausmaß der Zerstörung, das sie hinterlassen. Besonders Darfur – das eine blutige Vergangenheit mit der RSF (damals Janjaweed) verbindet, bei dem ein Völkermord an ethnischen Minderheiten begangen wurde – ist heute wieder betroffen vom Terror der RSF, ob von der Luft aus oder am Boden.


Innerhalb der 18-monatigen Belagerung von El Fasher in Nord Darfur, bei der die RSF eine Mauer um die Stadt baute, um seine Menschen auszuhungern und die von Nathaniel Raymond (HRL/Yale) als „Kill-Box“ bezeichnet wurde, kamen Drohnen regelmäßig zum Einsatz.


Die Worte von Menschen, die Angriffe auf die Stadt miterleben mussten, lassen das Grauen und die Zerstörung dieser Drohnen nur ansatzweise erahnen: »Es sind nicht mehr nur einfache Granaten; die Drohnen suchen gezielt nach den letzten Orten, an denen sich Menschen sicher fühlen.«, sagte ein Bewohner aus El Fasher (anonymisiert) gegenüber Ayin Network. Auch Flüchtlingscamps und Moscheen bleiben nicht verschont von Drohnenangriffen. So berichtet ein Helfer aus dem Abu‑Shouk‑Camp nach einem Angriff auf das Flüchtlingscamp: »Die Drohne griff uns an, und als sich Menschen versammelten, um den Verwundeten zu helfen, kam sie zurück und griff erneut an. Sie kreiste über uns und wartete. Uns wurde klar, dass es kein Entkommen gab.«


In El Fasher kamen zuletzt, bei einem Massaker der RSF, laut dem OSINT‑Analyst und Konfliktforscher Thomas van Linge mindestens 60.000 Menschen ums Leben. Ein Ereignis, das laut van Linge als größtes einzelnes Massenmord-Ereignis des 21 Jahrhunderts in die Geschichte eingeht.


Speziell in Darfur gehen die RSF gegen Zivilisten vor, wobei vor allem ethnische Minderheiten ins Visier ihrer Gräueltaten geraten.


Kordofan: Das Epizentrum der Drohnenangriffe

Der Einsatz an Kriegsdrohnen im Sudan, die als Waffe eingesetzt werden befindet sich in einer enormen Steigerung. Noch stärker als Darfur ist der Bundesstaat Kordofan von den Angriffen aus der Luft betroffen, er hat sich zum Epizentrum der Drohnenangriffe entwickelt. Hier machen die Drohnen das zivile Leben unmöglich: In Städten wie Babanusa wurden durch heftige Kämpfe fast die gesamte Stadtbevölkerung – über 150.000 Menschen – vertrieben. Insgesamt sind laut IOM in ganz Kordofan seit Anfang des Krieges schätzungsweise weit über 1,5 bis 2 Millionen Menschen vertrieben worden.


Kordofan und El Fasher zeigen: Drohnen sind nicht nur Waffen gegen Soldaten, sondern auch das Werkzeug für flächendeckende Entvölkerung ganzer Regionen. Obwohl die RSF-Drohnen als systematisches Terror-Instrument gegen die Zivilbevölkerung einsetzt, trägt auch die sudanesische Armee zur Eskalation bei, indem sie wahllose Luftanschläge auf RSF-kontrollierte Gebiete abfeuert. Oft ohne Rücksicht auf zivile Opfer.


Der Krieg im Sudan bleibt ein grausamer Drohnenkrieg gegen Zivilisten, der kaum Platz für Sicherheit lässt – während ausländische Todesdrohnen den Völkermord weiter unterstützen.



*OSINT‑Analystinnen arbeiten mit öffentlich zugänglichen Informationen – etwa Fotos, Videos, Satellitenbildern oder Datenbanken – um militärische Aktivitäten, Waffen oder Ereignisse in Konfliktgebieten zu verifizieren.

 
 
 

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